Geschichte

Dagmar von Arnim - Erste Bibliotheksleiterin
Frau Lidia Gotowski und Frau Iris Helmstetter - 2004
Türkische Woche in 2004

Die Geschichte der Bibliothek der Otto-Hahn-Schule beginnt in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Als die damalige Oberstudienrätin Dagmar von Armin die Bibliothek gründete, begann sie mit einem Bücherbestand von nur wenigen hundert Büchern, die zunächst in einem fensterlosen Innenraum wenige Regale füllen durften. Zunächst war die Bibliothek nur stundenweise geöffnet, die Ausleihe erfolgte per Hand und mit einem umständlichen System von Karteikarten. Mit der tatkräftigen Unterstützung einiger Mütter und Referendarinnen wuchs die Bibliothek von Jahr zu Jahr. Da Frau von Arnim sich nach 1998 als Studiendirektorin der intensiven Betreuung von Referendaren widmete, übernahm Frau Stefanie Lauermann die Leitung der Bibliothek, die sie vor der Geburt ihres zweiten Sohnes im Jahr 1999 an Frau Dagmar Hofmann übergab.

Eine spürbare Veränderung in der Bibliotheksentwicklung entstand, als die Bibliothek mit Frau Lydia Gotowski erstmals auf ABM-Basis eine hauptamtliche Mitarbeiterin zugeteilt bekam. In den zwei Jahren ihrer Tätigkeit in der Bibliothek stellte Frau Gotowksi das Ausleihverfahren auf das Computerprogramm Littera um, was auch hieß, dass alle Bücher im damaligen Bestand neu inventarisiert werden mussten, - zunächst auch gegen massive Bedenken einiger Lehrkräfte

Das Team wurde größer. Immer mehr ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen arbeiteten mit einigen unentbehrlichen Helfern aus der Schülerschaft Hand in Hand. Nach langem Hin- und Her erhielt die Bibliothek im Jahr 2002 die ersten Computer mit Internetanschluss, die nun unseren Nutzern zum Arbeiten und Recherchieren zur Verfügung standen. Gleichzeitig erweiterte die Bibliothek ihre Räumlichkeiten, und es entstand ein Arbeitsbereich, in dem die neuen Geräte Platz fanden. Auch der Bücherbestand wuchs stetig an. Die Öffnungszeiten wurden erweitert; nun konnten Schüler ganztägig in unseren Räumen lesen, arbeiten, recherchieren und Medien entleihen. Immer mehr Schüler von der 5. Klasse bis zum Abitur nutzten das Angebot.

Mit den Veränderungen des Medienbestandes und der Räumlichkeiten wuchsen auch unsere Ansprüche. Wir wollten nicht nur „Medienzentrum“ sein, sondern ein Ort der kulturellen Begegnung. Ende 2002 organisierten wir erstmals eine bunte „Woche rund ums Buch“, zu der wir die Autoren Arnulf Zitelmann und Regina Rusch einluden. Um weitere Autorenlesungen finanzieren zu können, veranstalteten wir im April des Jahres 2003 erstmals einen „Literarischen Frühlingsabend“ mit Basar und Musik.

In den folgenden Jahren wurden unsere „Literarischen Abende“ ebenso zur Tradition wie jährlich stattfindende Autorenlesungen, zu denen wir viele interessante Autorinnen und Autoren begrüßen konnten: darunter Henning Pawel, Charlotte Jugel-Olshewsky, Gabriele Beyerlein, Reinhold Ziegler, Patrick Reymond, Karlhans Frank, Bettina Obrecht, Uschi Flacke, Felicitas Hoppe, Alexander Kostinskij, Dorit Zinn, Christoph von Marschall, Björn Kern, Katalin von Draskoczy und Mirjam Pressler. Oliver Steller präsentierte sein kurzweiliges Programm „Gedichte für Kinder“, Hille Ramharter erzählte– nicht zuletzt auch auf Mundart - Märchen und Ursula Seibel-Ruthhard konnte Schüler der Jahrgänge 5 und 6 für Goethe begeistern.

Gleichzeitig beschränkten wir uns nicht auf derartige „Highlights“. Jedes Jahr feierten wir den „Welttag des Buches“, zu dem wir unseren jugendlichen Kunden das Welttags-Buch „Ich schenk dir eine Geschichte“ überreichten. Im Jahr 2008 war der Welttag erstmals verbunden mit einer „Shopping“-Aktion, bei der Schüler unserer Schule im Buchladen für den Bestand der Bibliothek einkaufen konnten. Zudem veranstalteten wir Wettbewerbe und Thementage, wir luden Eltern oder auch Grundschüler zu uns ein, immer wieder lasen wir vor oder organisierten Ausstellungen. Seit 2002 gibt es auch mindestens einen, mitunter mehrere Lesetreffs des Jahrgangs 5 mit wöchentlich stattfindenden Treffen. Bei Bedarf haben wir in den letzten Jahren für den 6. Jahrgang zusätzlich englischsprachige Lesetreffs eingerichtet, die neben der Freude am Lesen auch die Fertigkeiten in der Fremdsprache vertieften. Dass alle fünften Klassen in ihren ersten Wochen an der neuen Schule eine Bibliotheksführung erhalten, ist eine Selbstverständlichkeit, ebenso wie die Arbeit mit Antolin.

Im Jahr 2006 gab es erneut eine räumliche Erweiterung. Nachdem wir viele Wochen geputzt, montiert, gestrichen und geräumt hatten, eröffneten wir unseren neuen Arbeitsraum gegenüber der Bibliothek. Dort können Schüler und Lehrer seitdem ihren Unterricht vorbereiten, Nachhilfe bekommen, Beamer und Notebooks ausleihen, in einem der vielen aktuellen Nachschlagewerke recherchieren, an einem Münzkopierer kopieren, Tisch- und Brettspiele spielen oder Tischtennisschläger und –bälle ausleihen. Ein neues Mitarbeiterinnen-Team wurde gegründet, damit unsere Schüler auch in Raum 104 jederzeit Unterstützung erhalten.

Der Raum 105 wurde zeitgleich zum ruhigen Leseraum mit Sofaecke und Kuschelkissen. Hier sind alle Medien untergebracht, die ausgeliehen werden können, z.B. eine große attraktive Auswahl an aktuellen Kinder- und Jugendbüchern, Fachbücher für alle Unterrichtsfächer, Lernmaterialien, Jugend-Sachbücher, CDs, DVDs sowie fremdsprachliche Literatur in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Latein und Türkisch.

Der Bestand umfasst derzeit fast 20800 Medien , darunter ca. 350 DVDs. Jährlich wird der Bestand um etwa 1500 – 2000 Medien ergänzt, während gleichzeitig regelmäßig Makulatur betrieben wird: alte Bücher, die inhaltlich überholt sind bzw. keine Verwendung mehr finden, werden aussortiert und verschenkt. Beim Erweitern unseres Medienbestandes werden immer auch die Wünsche unserer Kunden berücksichtigt. Diese können sie in ein Wunschbuch eintragen. Oft werden die Wünsche unserer Leser bzw. Nutzer binnen weniger Tage erfüllt, insbesondere, wenn es sich um Material handelt, das für den Unterricht benötigt wird. Aber auch dringende Lesebedürfnisse erfüllen wir schnell und unbürokratisch. Die Schüler, deren Wünsche erfüllt wurden, werden über den Klassenlehrer oder den Tutor benachrichtigt.

Sicher hat auch diese Bereitschaft des Bibliotheksteams, den Bedürfnissen unserer Nutzer zu entsprechen, dazu geführt, dass unsere Besucher- und Ausleihzahlen in den vergangenen Jahren stetig angestiegen sind. Im Augenblick werden pro Schuljahr etwa 7500 Titel entliehen. Etwa 100 Schüler besuchen den Leseraum der Bibliothek an einem durchschnittlichen Tag, insbesondere sind dies Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 -8.

Unsere neuste Veränderung der Raumgestaltung stammt aus dem Jahr 2009: Es ist eine Zeitungsecke mit Lesesessel, Lesehocker und Zeitungsständer und Couchtisch. Hier finden unsere Leser aktuelle regionale und überregionale Tageszeitungen sowie eine Auswahl verschiedener Zeitschriften.

Fünf neue, schnellere Schüler-PCs spendete im Schuljahr 2010/2011 der Unternehmer Michael Hoffmann von MH-Computer-Systeme. Betreut werden die PCs neben den Lehrkräften Hans Kuhbandner und Elvis Samson von Schulsprecher Fabian Golle und Joachim Traxl von Rotaract. Geplant ist eine Gruppe IT-begeisterter Schülerinnen und Schüler, die sich langfristig der Wartung der Bibliotheks-Computer annehmen werden. 

Auch in unserer konzeptionellen Arbeit hat sich seit 2010 einiges getan:

Zusätzlich zu dem seit Jahren stattfindenden Lesetreff des Jahrgangs 5, der seit dem plötzlichen Tod von Frau Bussmann von Rudolph Müller geleitet wird, betreuen ehrenamtlich tätige Kesselstädter und Kesselstädterinnen einige unserer Fünftklässler als Lesepaten: Bei wöchentlich stattfindenden Treffen der Lesepaten mit ihrem "Lesepaten-Kind" werden gemeinsam Bücher ausgewählt, die laut vorgelesen werden und über die gesprochen wird. So können auf angenehme Weise vorhandene Schwierigkeiten beim Lesen abgebaut und die sprachlichen Fertigkeiten gefestigt werden. 

Neu sind zudem die monatlich wechselnden Ausstellungen zu aktuellen Themen.